Am Mittwoch, dem 27.7.2016 ab 13.30 Uhr wurde die Kriegerehrenallee auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Ida-Ehre-Allee umbenannt. Trotz der ungünstigen Zeit trafen sich viele interessierte Menschen zwischen 20 und 90 Jahren, um an der der Feierstunde teilzunehmen.

Die Umbenennung wurde vollzogen im Rahmen des Ohlsdorfer Friedensfestes 2016. Ein Vertreter des Friedensfestes, der Initiative „Umgang mit Weltkriegsgräbern“ sowie der Staatsrat der Behörde für Umwelt und Energie, Michael Pollmann, enthüllten das neue Straßenschild symbolisch.

Die Umbenennung wurde von der Willi-Bredel-Gesellschaft e.V. im Jahr 2014 vorgeschlagen und im Bündnis „Umgang mit Kriegsgrabstätten“ diskutiert. Im Rahmen des Ohlsdorfer Friedensfestes 2015 wurden Namensvorschläge gesammelt. Die weitere Diskussion ergab, dass die Umbenennung pazifistische Ideen aufnehmen sollte. Ida Ehre hat sich als wahrhafte Pazifistin erwiesen, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt wurde. Die hochverdiente Prinzipalin der Hamburger Kammerspiele ist auf dem Ohlsdorfer Friedhof bestattet. Staatsrat Pollmann, der im Rahmen der Feierstunde eine Ansprache halten wird, dazu: „Das Schicksal der unzähligen in den Kriegen der Vergangenheit gestorbenen Soldaten ist in hohem Maße beklagenswert, aber sie in ihrer Funktion als Krieger zu ehren unterschlägt die bittere Wahrheit, dass Soldaten gerade in Deutschlands jüngerer Vergangenheit zu Instrumenten brutaler Machtpolitik und eben auch zu Werkzeugen verbrecherischer Zielsetzungen wurden. Ohne die persönlichen Schicksale der gestorbenen Soldaten und ihrer Familien zu missachten, eröffnet die kritische Diskussion über Ehrenbezeugungen der Vergangenheit wie eben über die Kriegerehrenallee auf dem Ohlsdorfer Friedhof die Möglichkeit einer Reflektion ihrer Rolle in unserer Geschichte.“ Im Lichte dieser Ausführungen haben sich alle Beteiligten auf diesen Namensvorschlag geeinigt.

Endlich: die Ida-Ehre-Allee (vormals „Kriegerehrenallee“)