[ 5. Dezember 2005 | Holger Häger | ]
Quelle: Altenpflege 5/2005
Wir danken dem Vincentz-Verlag für die Genehmigung!
Opfer von Gewalterlebnissen, wie etwa die Verfolgten des Nazi-Regimes, entwickeln häufig ein ganzes Bündel an Angst-, Schuld- und Schamgefühlen. Pflegekräfte sollten auf Menschen mit einer derartigen Posttraumatischen Belastungsstörung empathisch und einfühlsam reagieren.
VON PETER LIEBERMANN
In den letzten Jahren ist den psychischen Folgen von Gewalterleben zunehmend mehr Bedeutung beigemessen worden. Insbesondere die Auswirkungen von Verfolgung, Folter und Kriegserlebnissen wurden in einer Vielzahl von Studien publiziert. Mit der Kategorie der „Posttraumatischen Belastungsstörung” (PTBS) ist seit Anfang der Achtzigerjahre der Versuch unternommen worden, die häufigsten auftretenden Symptome unter ein gemeinsames Dach zu fassen.
Die PTBS besteht aus drei Symptomgruppen: dem Wiedererleben der traumatisch erlebten Situation, dem Vermeidungsverhalten und emotionalen Betäubtsein sowie der Übererregungssymptomatik. Oft genug wird aber nicht beachtet, dass die PTBS nur eine der Traumafolgestörungen darstellt neben Persönlichkeitsveränderungen, Angststörungen und Depressionen.